Dienstag, 17. Oktober 2017

Neues aus Wandlitz!

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Genosse Prof. Dr. Thomas Sternberg, ehemaliges Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen, Mitglied des Hauptausschusses des ZK, Berater der Kommission VIII der DBK und Mitglied des Vorstandes der Kulturpolitischen Gesellschaft (KuPoGe) gibt bekannt:
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist bereit für einen muslimischen Feiertag!

"In einer mulitreligiösen Gesellschaft könne in Gegenden mit einem hohen Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne das die christliche Tradition unseres Landes verraten werde, so ZdK-Präsident Thomas Sternberg gegenüber der Passauer Neuen Presse.
Das Argument, in vielen islamischen Staaten sei es Christen unmöglich, ihre Religion frei auszuüben, ließ Sternberg ... als Einwand gegen die Einführung muslimischer Feiertage in Deutschland nicht gelten. Die Klage darüber könne nicht die Religionsfreundlichkeit unserer Staatsordnung beeinträchtigen, so das CDU-Mitglied Sternberg weiter." (Zitat aus dem oben verlinkten Artikel)

Wandlitz ist überall!

Doch wo ein ZK, da ist auch ein Forum und ein offener Arbeitskreis nicht weit!

Ein Arbeitskreis aus Frankfurt/Main hört und sieht im Gegensatz zum ZK die Signale der (schleichenden) Islamisierung des Abendlandes mehr als deutlich und die damit verbundenen Unverträglichkeiten zwischen freiheitlich-demokratischem Rechtsstaat und den Auffassungen muselmanischer Funktionäre.

Zur Lage der Kirche eine Einschätzung vom Blog des Forums deutscher Katholiken:
Auf dem Weg in die Diasporakirche ...

Auf die Spur einer wichtigen Relekture setzt uns Prälat Wilhelm Imkamp mit seinen Erwägungen zu den Letzten Dingen. (Schockiert hat mich dabei weniger die "Höllenlehre" als die persönlichen Angriffe aus dem Munde eines bekannten deutschen Professors auf Prälat Imkamp, die in ihrer Diktion irgendwo zwischen Berlin und Moskau der 1930er verortet gehören!)

Die politische Unkorrektheit des Tages:
Im Kommentarbereich eines Berichtes über die neuesten Entwicklungen zu dem nicht stattgefunden habenden Affront (sexistischer Art) gegen die (bekennende Muslimin und) Staatssekretärin Chebli fand ich eine treffliche Wortneuschöpfung, die ich hier weiterreichen möchte:
Quotilde


Noctem quietam etc.!



Mittwoch, 11. Oktober 2017

Stille (aktualisiert)

Meine momentane Lectio vespertina ist "Kraft der Stille, Gegen eine Diktatur des Lärms". S. E. Robert Card. Sarah führt in diesem verschriftlichten Dialog mit Nicolas Diat den Leser heraus aus dem Lärm und seine angeblichen Alternativlosigkeiten, hin zu einer Stille, die den Menschen zu sich kommen läßt.
Das Buch ist ein abendliches Korrektiv zum Alltag, eine Art Exerzitienübung, die zur Ruhe kommen läßt und zur Änderung anleitet. Alles ist eingebettet in eine kraftvolle, klare wie elegante Sprache, die der geistlichen Tiefe Ausdruck verleiht, ohne vereinnahmend zu werden. Es ist ein Antidot zu den Drogen der akustischen und optischen Dauerberieselung.
Wohltuend, sehr wohltuend!

Daneben las ich heute einen Beitrag beim Kirchenfahrter Archangelus über die Vorzüge der Stillen Messe. Auch hier wieder: Stille und Verinnerlichung als Wege der Befreiung. Ein etwas kantiges Zitat aus dem Text, das zum Weiterlesen anregen soll:

"Wie es geht? Man verdrückt sich in die Ecke der hintersten Bank, schließt die Augen und lässt die Gnadenströme, die die Priesterhände entfesseln, über sich hinwegrauschen. Hier geht es nicht um intellektuelle Glaubenserklärung, sondern um staunende Anbetung. Einfach mal still sein, Jesu Gegenwart genießen, der Priester macht alles, man muss nur Zuschauen und sich freuen. Keine Angst vorm Einnicken, dafür gibt’s Glocken zur Wandlung. Ich liebe diese Art, die Messe mitzufeiern. Beim ganz vertrauten, liebevollen Umgang zwischen Gott und Priester dabei sein dürfen – ein Geschenk."

Die stille Messe als Chance eines neuen Zugangs.
Für Fortgeschrittene dann die echte participatio actuosa:

"Wer die Messtexte mitbetet, wird unbeschreiblich beschenkt, mit den schönsten, tiefsten, und dabei römisch-pragmatisch-knappsten Gebeten, die es gibt. Keine Sprache bringt so gut auf den Punkt wie Latein. Hier haben wir also auch eine Gebetsschule. Abgesehen davon verbindet man sich innig mit dem Priester und der ganzen Kirche. ... Wenn man also mit der Zeit immer mehr Gebete verinnerlicht, erleichtert das das eigene Beten und stärkt die Emanzipation zum mündigen Katholiken und schwächt den modernistischen Klerikalismus, der uns auf Gutdünken der Rechtgläubigkeit und dem Liturgiegefühl des Priesters ausliefert."

Apropos Gutdünken:
Schon gehört?
Franz I. hat die Hölle abgeschafft!
Die Bösen machen mit ihrem Tod einfach so etwas wie "piff" und sind weg.
Ob der Chefheizer das auch schon weiß?

Ein Freund von mir pflegt in solchen Momenten eine Geschichte um den reformierten Theologen Karl Barth zu erzählen. Dieser soll sich auf eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der sog. "Deutschen Christen" eingelassen haben. Immer, wenn er auf die Thesen der DC antworten sollte, tat er einen tiefen langen Blick in die Bibel, blätterte im Alten und Neuen Testament, schlug die Bibel zu, blickte auf und sagte immer wieder denselben, schlichten Satz: "Das kann ich hier nicht finden!"

PS: Der Originalbeitrag zur Stillen Messe findet sich auf der Seite "Katholisch ohne Furcht und Tadel" der rheinischen (!!!) und katholischen Bloggerin Maria Magdalena.
Leseempfehlung!

Freitag, 6. Oktober 2017

Profanierung durch Banalisierung

Es mag ja bei gewissen neuen geistlichen Gruppierungen, die sich zu unserer Mutter Kirche rechnen, en vogue sein, in Kirchen warme Tellergerichte zu sich zu nehmen. Doch ist das ein geistlicher Fortschritt? Führt er uns tiefer in das Geheimnis der Anwesenheit Christi im gewandelten eucharistischen Brot? Bringt das schmucke Dinner uns auf die Knie oder doch eher aufs Sofa bei Digestif, Mokka und Zigarre?
Wohlgemerkt: Ich habe nichts dagegen, wenn man in Zeiten äußerster Not, in Krieg und Naturkatastrophen den Menschen eine wärmende Suppe in der Kirche reicht, wenn sie zum Zufluchtsort wird!
Aber sonst?
Was ist es für ein Zeichen für Angehörige anderer Religionen, wenn wir unsere Schranken zwischen Welt und Heiligtum so ungeniert niederreissen und aus dem Gotteshaus ein Restaurant welcher Art auch immer machen?
Zeigen wir nicht, daß uns alles egal, nichts wert, nichts heilig ist?
Diese Verlängerung des bürgerlichen Speisezimmers stellt eine weitere Profanierung unserer Kirchen dar, die durch plumpe Banalisierung vollzogen wird. Wieder einmal ist das bloße "Iwent", die "kuhle Lokeeeschen", die "schöne Idee", die nichts, aber auch gar nichts auf den Hacken hat, der Grund für eine Herabwürdigung der Gotteshäuser.
Wer darüber schmunzeln mag, hat nicht verstanden, daß mit der Weihe dieses Gebäudes ein Akt vollzogen wurde, der es dem Wollen und der Willkür des Menschen entzogen hat. Es gehört weder Pfarrer, Bistumsverwaltung, Bischof noch Papst.
Es ist Gott geweiht!
Es gehört ihm!
Sie sind nur Hüter des Heiligtums!
Wir sind nur Gäste im Hause des Herrn und haben kein Recht, daraus ein Gasthaus zu machen, weder KV, Bischof noch Papst!
Hoppla!
Zu apodiktitisch?
Dann frage ich mal anders herum:
Was ist Ihnen, werte Leserin oder werter Leser, "heilig"?
Was ist Ihnen so kostbar und wichtig, daß sie es niemals wegwerfen, vernichten, verkaufen, abreißen würden?
Jerder kennt und hat so etwas, wovon er sich niemals trennen würde. Es steht für eine Erinnerung, eine Lebenswende, einen Erfolg, einen glücklichen Moment, einen schweren Verlust. Es kann ein Bild sein, ein schlichtes Klümpchenpapier oder das Grab eines lieben Menschen, das man niemals einebnen lassen würde ...
Das ist Ihnen wichtig, ja "heilig" und dann werden Sie ebenso apodiktisch werden, wie ich es gerade geworden bin.
Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, daß Kirchen "entweiht", abgerissen oder "umgenutzt" (Was für ein Wort!) werden.
Wir lassen es einfach geschehen.
Sie sind zu vielen von uns nicht heilig!
Mir sind sie es!
Warum?
Nicht weil sie mir heilig sind, weil sie es aus sich heraus sind.
Die Theologie hat schon vor Zeiten den Aufstand von den Knien gewagt und den langen Irrweg zu den Konferenztischen zurückgelegt.
Es fehlt ein Sensorium, ein Gefühl, ja eine Art Instinkt für das Heilige.

Besuchen Sie doch einmal einen von Gebeten und Messopfern durchtränkten und aufgeheizten Ort!
Nehmen Sie sich und Ihre Dünkel, Aufgeklärtheiten ganz zurück. Versuchen Sie es.
Nehmen Sie sich als Hilfe die einfachen, schlichten Gemüter, die Armen im Geiste, die Menschen mit ihren Gebrechen, Krankheiten, Verwirrtheiten, Trostlosigkeiten, Ängsten und Hoffnungen, die sich und ihre Freuden und Nöte vor ein Bild der Gottesmutter, einen Heiligen xy oder das Ausgesetzte Allerheiligste bringen und beten.
Bei wem sich dann  bei diesem ernsthaften Nachspüren immer noch keine Gänsehaut einstellt ... der lese Rudolf Otto "Das Heilige"!
Vielleicht kommen Sie dann auf die Spur dessen, was ich meine.



Am Ende etwas Versöhnliches, eine kleine Entdeckung, ohne weiteren Kommentar: