Montag, 29. April 2013

Spätzle, Töttchen und die 40° Feinwäsche

Es ist ja so langweilig! Nachdem nun der neue Heilige Vater aus einer der hintersten Ecken der Weltkirche geholt wurde, verfällt die deutsche Kirche nun vollends in den Status der Provinzialität. Während sie unter Benedikt XVI. nicht in der Lage war, die Zeichen der Zeit zu deuten und neue Wege der Entweltlichung zu gehen, erschnuppert sie nun unter Franz I. vermeintlich "Frühlingsluft". Doch scheint dies eher ein Anhauch aus den Jugendtagen zu sein, als man/frau noch heimlich von Langhans oder Obermaier träumte. Denn anders läßt sich dieser spießig-vorgestrige "Frühjahrsputz" kaum erklären, der mit aller gebotenen Sturheit im Badischen und im Westfälischen mal wieder angesetzt wird. Da scheint die Zeit irgendwo zwischen Kommune 1 und Startbahn West oder Königsteiner Erklärung und Würzburger Synode stehengeblieben zu sein. Die ewiggleichen ewiggestrigen Wünsche, Forderungen und Phantasmen der ewiggleichen ewiggestrigen Leute, Zentralkomitees und roter Socken.
Da gibt es die roten Socken, die mal wieder den Diakonat der Frau und nachgeordnet die Priesterweihe für die Frau fordern. So geschehen in Freiburg im Breisgau, wo anscheinend auch der Ratsvorsitzende..., Verzeihung! der Vorsitzende der DBK sich wohl wieder entsprechend durch die Landschaft genuschelt hat.  Den Pressemeitteilungen läßt sich aufgrund der mangelnden Sachkenntnis der Journalisten und Redaktionen kaum entnehmen, was da nun wirklich geredet und beschlossen worden ist. Daneben bot eine römisch-katholisch etikettierte Gemeinde in Senden bei Münster einen Gottesdienst zum Tag der Diakonin an.
Zitat aus dem Pfarrbrief:
"1997 hat der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) den Festtag der Kirchenlehrerin Katharina von Siena zum „Tag der Diakonin“ erklärt, um das Eintreten für den Diakonat der Frau unter den Schutz und die Fürsprache der Hl. Katharina zu stellen und zum Gebet in diesem Anliegen zu ermutigen. Seitdem wurde diese Initiative auch von kfd-Gruppen aufgegriffen. Im November 2011 hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken den Beschluss gefasst alle Mitglieder dazu einzuladen, überall in Deutschlandden Tag der Diakonin zu begehen. Seit 2012 ruft nun der kfd Bundesverband alle kfd Mitglieder dazu auf. Diesem Anliegen wollen sich auch die drei kfd-Gruppen in unserer Gemeinde [...] anschließen und laden alle interessierten Frauen und Männer zu einem gemeinsamen Wortgottesdienstam 29. April ein. Der Gottesdienst mit dem Thema: „Was ihr den Geringsten getan habt“ findet um 19.00 Uhr in der Laurentius-Kirche in Senden statt. Im Anschluss an den Gottesdienst besteht die Möglichkeit, sich in einer Gesprächsrunde im Pfarrheim über das Thema Diakonat der Frau zu informieren und auszutauschen."
Da hat die, äh der KDFB wohl selig das Jahr 1994 verschlafen oder 1974 das Abo der "Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls" gekündigt. Anders kann ich mir ein solches Maß an Uninformiertheit kaum erklären. Apropos "Uninformiertheit":
Ein weiteres Beispiel dafür, wie schwierig das Leben in der Kirche sein kann, wenn man sich auf sog. "Robinson-Listen2 setzen läßt und sich der Benutzung neuer Medien enthält, hat die Vizepräsidentin des letzten Zentralkomitees auf deutschem Boden gezeigt, als sie bei einem Vortrag etwas über Priestersocken am Gründonnerstag in Rom losgelassen hat. Ein Blick, ein Klick hätte sie vor dieser Peinlichkeit bewahrt!
Mich haut das alles nicht aus den Socken. Es ist langweilig! Es ist genauso langweilig, wie wenn man einer Waschmaschine bei der  40° Feinwäsche zusieht. Doch so nötig es ist, die Socken von gestern und vorgestern zu waschen, so unnötig ist es jedoch diese "alten Hüte" immer wieder hervorzuholen. Sie gehören in die entsprechenden Archive der Diözesen und bei der Glaubenskongregation!

Wer einen Faible für Häresien und Ketzerbewegungen hat, der sollte sich nicht mit den Erzeugnissen der Tagespresse, der KDFB oder sonstiger Dachorganisationen begnügen. Wer wirklich ketzerisch innovativ sein will, der sollte bei Thomas Baumann nachlesen. Der landesübliche Neoarianismus ist so verbreitet wie langweilig. Vielleicht werden sie ihr Talent als Semimanichäer oder als Kryptonestorianer entdecken.
Aber wenn Sie, geneigter Leser, wirklich innovativ sein wollen, wenn sie Mut den Mut zur Gründung einer "Glaubens-Ich-AG" in Deutschland aufbringen, die wirklich innovativ, nachhaltig und zukunftsorientiert sein soll, dann gibt es nur eines:
Wagen sie den Schritt in die echte Revolution, die echte Gesellschaftsprovokation.
Werden sie römisch-katholisch und zwar jenseits aller Papstfanzirkel.
Päpste kommen und gehen!
Beherzigen sie folgendes Wort:

„Einige Päpste schenkt Gott, andere duldet er, mit wieder anderen straft er."
(Vinzenz von Lérins)
Die Kirche bleibt!
Werden Sie frei für die Kirche Gottes!
Entdecken Sie die Schönheit des Glaubens jenseits von Strukturpapieren!
Und so einfach ist es:
Beten Sie regelmäßig.
Lassen sie sich in der Beichte von den wirklichen Problemen befreien!
Lassen Sie sich durch die Feier der Stundenliturgie "entschleunigen"!
Initiieren Sie doch einmal keinen Gesprächskreis sondern ganz aktuell tägliche Maiandachten!
Setzen Sie mutig Zeichen!
Empfangen Sie doch die Eucharistie doch einmal so, wie es die Ehrfurcht vor dem Sakrament eigentlich erfordert, nicht am Herz-Jesu-Freitag, nein, im Familiengottesdienst!
Sagen sie bei der nächsten Diskussion mit den roten Socken nichts.Skandieren Sie keine Sprüche wie "In  euren Sandalen der Muff von 40 Jahren!" Bleiben Sie ruhig und sagen am Ende einfach nur: "Ich werde für die beten!" Wenn sie sich in dieser Situation noch in einer Kirche befinden, gehen sie umgehend zum Marienaltar und zünden Sie dort eine Kerze an und bitten Sie Maria um Erleuchtung!
Leute, da ist Musik drin!
Das ist ist nichts für Stuhlkreisaktivisten!
Das sind die letzten wahren Abenteuer in unserer deutschen Kirche!
Aber wem schreibe ich das?
Das tun Sie doch bestimmt schon, oder?

Mahlzeit!

Donnerstag, 21. März 2013

Heute vor 328 Jahren

wurde in Eisenach ein Menschenkind geboren, das die Musik des Abendlandes prägen sollte. In Angedenken an diesen großen Komponisten habe ich ein kleines Video eingestellt. Ein argentinischer Musiker interpretiert auf einem Carlsfelder Bandoneon (AA) ein Werk des Geburtstagskindes.



Danke, Hugo!
Herzlichen Glückwunsch, Johann Sebastian!

Freitag, 15. März 2013

Mit dem ÖPNV in die 70er

die Bilder und Videos, die bei "Buen Camino" zu sehen sind, lassen die schlimmsten Befürchtungen offensichtlich schon jetzt Wirklichkeit werden. Der Volxaltar ist wieder in der Sistina und auch bei der Wahl der Schuhe wird Tradition mit Füßen getreten.
Winter in Rom und eine neue liturgische Eiszeit kündigt sich an.
Seht selbst!

Donnerstag, 14. März 2013

Der letzte Artikel zur Kirche (UPDATE!!!)

im Eurpean ist nicht nur das Allerletzte und hoffentlich die wirklich letzte Äußerung jenes Herrn zu diesem Thema.
Wer es sich antun mag, bitte hier entlang!

UPDATE: Der Artikel scheint aus dem Netz genommen zu sein, ist aber noch über google lesbar:
 http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:http://www.theeuropean.de/alexander-wallasch/6602-die-bedeutung-von-papst-franziskus

Danke für die Kommentare und besonders für Deinen Hinweis, Damian

Genosse Don Camillo

Was war das für ein Abend! Völlig überraschend stieg der weiße Rauch auf und dann kam ein Mann auf den Balkon, mit dem keiner gerechnet hatte, Franziskus. Bescheiden, der Bürde des Amtes und der bevorstehenden Aufgaben bewußt, freundlich, zurückhaltend. Er lädt zum Gebet für den Vorgänger ein, bittet um das Gebet der Menschen, bevor er selbst den Segen spendet. Zutiefst angerührt, schließe ich mich der Gebetsgemeinschaft an.
Dann dauert es keine Viertelstunde und schon gibt es die ersten schwarzen Flecken auf der frischen Soutane, weil die mediale Dreckschleuder schon wieder auf Touren kam. Da war doch was in der Zeit der Militärdiktator, oder? Er ist doch auch gegen die Homo-Ehe! Wunderbar, dachte ich, machen wir so weiter, wie wir bei Benedikt aufgehört haben.
Ich freue mich, daß mit dem nun beginnenden Pontifikat, ... ja freue ich mich den wirklich?
Und nun ertappe ich mich selbst bei derselben Kaffeesatzleserei wie die Kommentatoren. Mir kam eine Sequenz aus dem Film "Genosse Don Camillo" in den Sinn. Don Camillo war mit der Delegation der KPI in die Sowjetunion gereist. Mitten in der Verbrüderungsfeier war Schluß mit lustig und alle mußten ins Hotel zurück. Im Hotel fielen dann auf, das die Bilder von Chruschtschow alle fehlten. Dann tauchten Bilder mit einem anderen Konterfei auf und italienischen Genossen fingen an, sich in wüsten Spekulationen zu ergehen, was zu einer Panik führt. Es kommt zur Ausarbeitung eines Fluchtplanes. Just als man sich schon im Treppenhaus befindet, geht das Licht an und die Feier geht weiter. Der Eiserne Vorhang war nicht zu und es drohte auch kein Aufenthalt in Sibirien.
Was will ich damit sagen:
1. Der Mann ist Papst und der Heilige Geist wird sich schon etwas dabei gedacht haben!
2. Ich war kein "Papalist", der zu jeder Entscheidung unkritisch "Tu es Petrus" gesagt und das Gehirn ausgeschaltet hat und werde es auch in Zukunft niht sein. Es ist galt und gilt das Prinzip des Gehorsams, welches jedoch strikt von einem "blinden Gehorsam sogenannter "Führerprinzipe" zu unterscheiden ist.
3. Auch das Pontifikat Benedikt XVI. ist keines der ungetrübten Freude gewesen. Man denke, was er alles leider nicht mehr auf den Weg bringen konnte. Das wiederum bedeutet:
4. Es wird nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird.
5. Die Kurie ist auch noch da!

Andererseits deute ich unweigerlich Gesten und Gesichter, was zum berühmt-berüchtigten Bauchgefühl wird. Neben aller Rührung überkam mich schon ein leichter Schauer. Denn seine ersten Sekunden auf der Loggia entsprachen kaum den warmen Worten, die sich dann nach seinem "Guten Abend" in seinem Munde formten. Es tut mir leid, aber das stumme, regungslose Gesicht zeigte für mich kaum Zurückhaltung sondern Härte. Sein " Buona sera", ... Es tut mir leid, aber ich kenne zu viele Priester jenes Alters mit solchen liturgischen Manieren, als daß ich mich vorbehaltlos über eine solche Begrüßung freuen könnte.
Sicherlich steht auch zu befürchten, daß ein selbst kochender und ÖPNV benutzender Erzbischof auf dem Stuhle Petri das sein könnte, was Polo fahrender Bischof Kamphaus für das Bistum Limburg gewesen ist.
Kann ich von einem Jesuiten mit "franziskanischen Zügen" eine Vorliebe für "High-End-Liturgien" erwarten? Wohl kaum, wenn ich an jene Jesuiten und OFM's denke, bei denen ich das eher zweifelhafte Vergnügen eines Gottesdienstbesuches hatte! Auch da deutete sich schon bei seinem Auftritt "ganz in weiß" und in seinem Umgang mit der Stola etwas an, was ich nur mit "armer Marini!" beschreiben möchte.

Als gebeutelter Vertreter der Abteilung "Bömmelkes & Tröddlekes", der wider alle Vernunft auf einen Cappa magna Träger gehofft hatte, kann ich nur auf die angedeutete "Brüderlichkeit" vertrauen. Und seien wir doch einmal im Rückblick vorsichtig krtitsch: Benedikt hat den Ordo originis aus der Verbotszone geholt, nicht weniger, aber auch nicht mehr! Die Liturgien in Rom, ..."O je, Marini"

Es bleibt halt die offene Frage: Wille Gottes oder Gusto des Kardinalskollegiums?
Es bleibt der Vorbehalt, den der Heilige Vinzenz Palotti schon formuliert haben soll: "Papst ist nun der geworden, den Gott dazu ausersehen hat oder den er nicht verhindert hat."

Schließen wir Franz I. umso tiefer ins Gebet ein! Flehen wir umso eindringlicher um den Beistand des Heiligen Geistes! Schenken wir ihm unser Vertrauen!

Mittwoch, 13. März 2013

Habemus Papam!

Franziskus I.
Deo gratias!

Wieder schwarzer Rauch!

Weiterbeten!