Mittwoch, 11. Oktober 2017

Stille (aktualisiert)

Meine momentane Lectio vespertina ist "Kraft der Stille, Gegen eine Diktatur des Lärms". S. E. Robert Card. Sarah führt in diesem verschriftlichten Dialog mit Nicolas Diat den Leser heraus aus dem Lärm und seine angeblichen Alternativlosigkeiten, hin zu einer Stille, die den Menschen zu sich kommen läßt.
Das Buch ist ein abendliches Korrektiv zum Alltag, eine Art Exerzitienübung, die zur Ruhe kommen läßt und zur Änderung anleitet. Alles ist eingebettet in eine kraftvolle, klare wie elegante Sprache, die der geistlichen Tiefe Ausdruck verleiht, ohne vereinnahmend zu werden. Es ist ein Antidot zu den Drogen der akustischen und optischen Dauerberieselung.
Wohltuend, sehr wohltuend!

Daneben las ich heute einen Beitrag beim Kirchenfahrter Archangelus über die Vorzüge der Stillen Messe. Auch hier wieder: Stille und Verinnerlichung als Wege der Befreiung. Ein etwas kantiges Zitat aus dem Text, das zum Weiterlesen anregen soll:

"Wie es geht? Man verdrückt sich in die Ecke der hintersten Bank, schließt die Augen und lässt die Gnadenströme, die die Priesterhände entfesseln, über sich hinwegrauschen. Hier geht es nicht um intellektuelle Glaubenserklärung, sondern um staunende Anbetung. Einfach mal still sein, Jesu Gegenwart genießen, der Priester macht alles, man muss nur Zuschauen und sich freuen. Keine Angst vorm Einnicken, dafür gibt’s Glocken zur Wandlung. Ich liebe diese Art, die Messe mitzufeiern. Beim ganz vertrauten, liebevollen Umgang zwischen Gott und Priester dabei sein dürfen – ein Geschenk."

Die stille Messe als Chance eines neuen Zugangs.
Für Fortgeschrittene dann die echte participatio actuosa:

"Wer die Messtexte mitbetet, wird unbeschreiblich beschenkt, mit den schönsten, tiefsten, und dabei römisch-pragmatisch-knappsten Gebeten, die es gibt. Keine Sprache bringt so gut auf den Punkt wie Latein. Hier haben wir also auch eine Gebetsschule. Abgesehen davon verbindet man sich innig mit dem Priester und der ganzen Kirche. ... Wenn man also mit der Zeit immer mehr Gebete verinnerlicht, erleichtert das das eigene Beten und stärkt die Emanzipation zum mündigen Katholiken und schwächt den modernistischen Klerikalismus, der uns auf Gutdünken der Rechtgläubigkeit und dem Liturgiegefühl des Priesters ausliefert."

Apropos Gutdünken:
Schon gehört?
Franz I. hat die Hölle abgeschafft!
Die Bösen machen mit ihrem Tod einfach so etwas wie "piff" und sind weg.
Ob der Chefheizer das auch schon weiß?

Ein Freund von mir pflegt in solchen Momenten eine Geschichte um den reformierten Theologen Karl Barth zu erzählen. Dieser soll sich auf eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der sog. "Deutschen Christen" eingelassen haben. Immer, wenn er auf die Thesen der DC antworten sollte, tat er einen tiefen langen Blick in die Bibel, blätterte im Alten und Neuen Testament, schlug die Bibel zu, blickte auf und sagte immer wieder denselben, schlichten Satz: "Das kann ich hier nicht finden!"

PS: Der Originalbeitrag zur Stillen Messe findet sich auf der Seite "Katholisch ohne Furcht und Tadel" der rheinischen (!!!) und katholischen Bloggerin Maria Magdalena.
Leseempfehlung!

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