Montag, 26. März 2018

... Formulare, Formulare!!!

Man kann über die GEMA denken, was man will, sie ist nun mal da und solange man diesem Verwaltungsmoloch von gesetzgeberischer Seite eine "Schlankheitskur" verpaßt, wird sich daran nichts ändern. Das von den Gebühren kaum etwas bei den Künstlern ankommt (besonders nicht bei den "kleineren"), ist ebenso bekannt wie ärgerlich und ist eingentlich der Beweis für eine gravierende Fehlfunktion dieses Verwaltungsmolochs.
In jeder größeren Stadt gibt es eine Zentrale, die regelmäßig ihre Beobachter aussenden und dann bei "Fehlverhalten" der Veranstalter mit entsprechenden Protokollen und Gebührenbescheiden daherkommen.
Das trifft es dann schon mal eine Gruppe der Awo in Nordbayern, weil zwei Weihnachtslieder nicht im Rahmenvetrag waren oder einen Kindergarten in Wesel, weil man zu Karneval ...
Alles hätte entsprechend angemeldet werden müssen etc.pp.

Bisher waren die Kirchen fein raus, weil man einen entsprechenden Rahmenvertrag hatte, der über eine Pauschale einiges abdeckte.
Nun hat die GEMA nach 30 Jahren die Idee gehabt, die Gebühren pro Gemeinde/Jahr mal eben von 45,- € auf 75,- € zu erhöhen.
Das war dem VDD zuviel und hat nach Meldung des br jetzt den Rahmenvertrag zwischen GEMA und den Bistümern deutscher Zunge gekündigt.
Nun wird es Formulare regnen, jede Gemeindeveranstaltung muß bei entsprechender Beschallung angemeldet und auch bezahlt werden. Das wird die Ehrenämtler mit Freude erfüllen! Da wird so manches Pfarrfestteam einen Teil des Erlöses an die GEMA abführen dürfen. Formulare für alle, bis der Schreibtisch kracht.

Aber halt!

Sicherlich wird man dafür Abteilungen in den Generalvikariaten schaffen, die solche Dinge dann noch einmal prüfen und den Pfarrkindern mit Broschüren und Ausfüllhilfen zur Seite stehen werden.
Ich rieche neue Planstellen, neue Schreibtische, Erweiterungsbauten ...

Ich möchte ich an ein Lied von Reinhard Mey erinnern, das folgende, goldene Zeilen enthält:
" ... Einen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars,
Zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars,
Dessen Gültigkeitsvermerk von der Bezugsbehörde stammt
Zum Behuf der Vorlage beim zuständ‘gen Erteilungsamt ..."

1 Kommentar:

Thomas Baumann hat gesagt…

Mal unter uns, es kommt garnicht sooooooo wenig bei Komponisten und Arrangeuren an, ABER es ist undurchschaubar.

Und jetzt macht man es sich zusätzlich kompliziert. Das wäre, als wenn man im Vorbeigehehn 4 russische Diplomaten ausweisen würde, oder den katalanischen Präsident verhaften würde. Alles vielleicht nicht ganz falsch, aber doch MEHR™ Symbolpolitik mit nicht überdachter Kostennutzenrechnung - doch ich schweife ab.

GEMA und (Mehrwert)Steuerabrechnung tuen sich in der Klomplexität nicht viel, d.h. das zukünftige "Jobwunder" (War übrigens auch die Deutung bei uns am Mittagstisch) wird nicht erst auf Bistums- und Verbandsebene Nasetzen müssen; Nein, eine halbe Stelle pro Dekanat wird nicht nur begründbar sondern bitter notwendig sein.